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Bergmannsheil - Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum

Das Non-Thyroidal-Illness-Syndrom (NTIS), auch als Euthyroid sick syndrome (ESS) oder Thyroid Allostasis in Critical Illness, Tumours, Uraemia and Starvation (TACITUS) bezeichnet, ist ein komplexes endokrines Krankheitsbild, das bei kritisch kranken Patienten auftreten kann und mit einer signifikant erhöhten Morbidität und Mortalität verbunden ist. Es ist durch drei Komponenten charakterisiert, die alleine oder in Kombination auftreten können: 1. eine zentrale Hypothyreose (transiente thyreotrope Insuffizienz), 2. eine Störung der Plasmaproteinbindung von Schilddrüsenhormonen und schließlich 3. eine verminderte Bildung von T3 und vermehrte Konversion zu rT3 („Low-T3-Syndrom"). Trotz langjähriger Forschung zu Details dieses Krankheitsbildes ist es dennoch nur unzureichend charakterisiert; eine klinisch brauchbare Klassifikation des komplexen Syndroms fehlt ebenso. Angesichts der Tatsache, dass Patienten mit TACITUS-Syndrom eine schlechtere Prognose haben, ist in der Vergangenheit mehrfach eine mögliche Therapie mit Schilddrüsenhormonen diskutiert worden. Klinische Studien zeigten bisher jedoch kein eindeutiges Ergebnis, mutmaßlich auch angesichts der Tatsache, dass die bisherigen Studien nicht zwischen den einzelnen Teilkomponenten differenziert haben. Bisher ist unbekannt, ob und in welchem Maße die Einzelkomponenten zur Prognose des Gesamtkomplexes beitragen.

Daher soll als Ausgangspunkt für künftige therapeutische Studien in dieser Untersuchung im Rahmen eines prospektiven Ansatzes eine schärfere diagnostische Abgrenzung und Klassifikation des NTIS entwickelt werden, die u. a. auch eine Trennung zwischen latenter Hyperthyreose und Frühform einer thyreotropen Insuffizienz ermöglicht.

Es ist geplant, kritisch kranke Patienten, die auf den internistischen und chirurgischen Intensivstationen des Universitätsklinikums Bergmannsheil behandelt werden, hinsichtlich Veränderungen der Regulation des Schilddrüsenhormonstoffwechsels zu untersuchen und im weiteren Verlauf nachzubeobachten. Aus diesen Daten soll dann ermittelt werden, welche der laborchemisch fassbaren Komponenten eines TACITUS-Syndroms mit der Prognose des Krankheitsbildes korrelieren.

Das Vorhaben soll 1. durch die Entwicklung einer differenzierten Stadieneinteilung Hilfestellung in der Abschätzung der Prognose der erkrankten Person liefern, 2. durch die Entwicklung einer standardisierten Diagnostik zu einer rationalen (und preiswerten) Diagnostik beitragen und 3. die Grundlagen für künftige therapeutische Untersuchungen schaffen, indem Untergruppen identifiziert werden, die von einer Behandlung profitieren könnten.

 

Die AQUA-FONTIS-Studie ist in der Datenbank ClinicalTrials.gov des NIH registiert (Registriernummer NCT00591032).

 

 

 

Ruhr-Universität Bochum (RUB)

 


Aktuelle Mitteilungen:

28. Januar 2011: Abstract-Preis der Nordrhein-Westfälischen Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie für die Studie G des AQUA FONTIS - Verbunds.

01. Dezember 2009: Einschlussphase der AQUA-FONTIS-I-Studie abgeschlossen.

18. März 2008: Der erste Patient wird in die AQUA-FONTIS-II-Studie eingeschlossen.

11. Mai 2007: Die operative Phase der AQUA-FONTIS-Studie beginnt.

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